Autohändler verdienen zu wenig

Mehr als 90 Prozent aller deutschen Autohändler verdienen, nach einer Studie von Dekra Consulting, zu wenig. Das Rabattniveau im Neuwagengeschäft sei zu hoch. Darüber hinaus hätte der Neuwagenboom zur Vernachlässigung des Gebrauchtwagengeschäfts geführt. Auch wichtige strukturelle Restrukturierungsmaßnahmen würden oft ausgesetzt. Die Probleme seien häufig in den Unternehmen selbst begründet. „Die strukturellen Probleme in der Branche sind nach wie vor vorhanden“, so Dekra-Consulting Geschäftsführer Christian Polzer.

Von unzureichenden Umsatzrenditen sind nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen betroffen, auch große und traditionsreiche Autohändler geraten zunehmend in die Miese. Die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln ist im Vergleich zu anderen Branchen hier extrem hoch. Einen weiteren Grund sieht die Studie in der Finanzkrise, die die Aufnahme von guten Krediten deutlich erschwert hat, den Banken falle es demnach  immer schwerer sich bei der Abwägung zwischen Sanierungsbegleitung und Insolvenz für die Sanierung zu entscheiden. Aus diesem Grund ist die Insolvenzquote, trotz des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes, im Automobilhandel sehr hoch.

Die Dekra-Studie geht davon aus, dass sich auch in den kommenden Jahren die Marktsituation im Automobilhandel nicht deutlich verbessern wird. Unternehmen sollten sich deswegen auf ihre Stärken besinnen und klare Handelsstrategien, gute Führung, weitsichtige Personalentwicklung und systematisches Kostenmanagement aufbauen. Polzer fordert die Autohändler auf, verstärkt auf diese vier Erfolgsfaktoren zu setzen und ihre Chancen und Renditepotentiale zu erkennen und zu nutzen.