Reserverad bald überflüssig?
Sprit sparen ist bei so ziemlich jedem Autofahrer ein großes Thema und jeder hat eine andere Idee wie er den Verbrauch seines Wagens am niedrigsten halten kann. Immer öfter wollen Autofahrer auf ihr Reserverad verzichten, weil sie hoffen, so ein paar Liter einsparen zu können. Einige Autohersteller scheinen diese Ansicht zu teilen, denn teilweise kann man sogar beim Neuwagenkauf wählen ob man ein Reserverad oder lieber ein Pannenset haben möchte.
Der ADAC hat die verschiedenen Möglichkeiten einmal unter die Lupe genommen und geprüft, ob sie im Bedarfsfall auch halten was sie versprechen. Die Tester haben ein Pannenset und einen Run-Flat-Reifen gegen ein vollwertiges Reserverad antreten lassen und die Ergebnisse miteinander verglichen.
Der Vorteil des Pannensets ist, dass es wenig Platz benötigt und auch nicht viel auf die Waage bringt. Das zusätzliche Gewicht fällt beim Verbrauch nicht auf. Allerdings hört es da auch schon auf mit den Vorteilen. Das Pannenset ist nur zur Abdichtung kleinerer Risse oder Stichverletzungen geeignet. Bei größeren Schäden wie z.B. nach Bordsteinremplern bleibt das Dichtungsmittel erfolglos. Auch ein undichtes Ventil ist für das Pannenset eine unlösbare Aufgabe. Außerdem darf man mit einem mit Dichtungsmittel behandelten Reifen nur begrenzt und auch nur bei gemäßigter Geschwindigkeit weiter fahren und den Reifen nicht reparieren lassen.
Der Run-Flat-Reifen besitzt ein zusätzliches Gummiband, das verhindert, dass der Reifen bei Druckverlust einfällt. Dies kann vor allem bei hohen Geschwindigkeiten oder in Kurven sehr nützlich sein und vor schweren Unfällen schützen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Fahrer bei Druckverlust das Fahrzeug nicht verlassen muss und so kein zusätzliches Sicherheitsrisiko entsteht. Allerdings hat der Run-Flat-Reifen auch Nachteile, da er nicht nur schwerer, sondern auch teurer ist als ein Standardreifen.
Das vollwertige Reserverad ist immer wieder in der Diskussion. Lohnt es sich noch das Rad mitzuführen? Der ADAC meint ganz klar: ja! Denn nur das Reserverad bietet uneingeschränkte Mobilität und kann bei jeder Panne eingesetzt werden. Aber: die Montage des Reserverads ist aufwändig und kann bei einigen Modellen von Personen die nicht über die nötige körperliche Kraft verfügen nicht oder nur sehr schwer ausgetauscht werden. Des Weiteren benötigt das Rad viel Platz und fällt auch beim Spritverbauch ins Gewicht. Auf 100.000 km liegt der Mehrverbrauch bei ca 60 Litern. Doch der Sicherheitsaspekt rechtfertigt diesen Mehrverbrauch alle mal.
Fazit: Auch wenn das Reserverad einen Mehrverbrauch verursacht, ist es doch der einzige Reifen der eine vollständige Mobilität gewährleistet. Der vollwertige Ersatzreifen wird also voraussichtlich noch lange nicht in Rente geschickt.

