Ist die Zeit in der Fahrschule zu kurz?

Bildquelle: Fotolia.com- © Kzenon

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Quietschende Reifen, ein beinahe erfolgter Zusammenprall mit dem anderen Fahrzeug und eine schockierte Fahranfängerin – in keiner Fahrstunde hatte die junge Frau erlebt, dass man ihr so unvorhergesehen die Vorfahrt nahm. Ist die Zeit in der Fahrschule vielleicht zu kurz?

Voraussetzungen müssen gegeben sein

Um in Deutschland selbstständig ein Auto führen zu dürfen, ist die erfolgreiche Fahrprüfung notwendig. Diese teilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Für beide Bereiche müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit man zur Prüfung zugelassen wird. Um die praktische Prüfung zu absolvieren, muss zuerst die theoretische Prüfung bestanden werden. Außerdem muss der Fahrschüler bestimmte Pflichtstunden mit dem Fahrlehrer absolvieren, zu denen Nacht- oder Autobahnfahrten zählen. Um den Fahrstil zu verbessern und mehr Routine beim Fahren zu haben, werden außerdem sogenannte Übungsstunden gefahren, die beispielsweise die Recht-vor-Links-Regelung praktisch verdeutlicht oder fit für den Stadtverkehr machen.

Genügend Übung

Doch genügt diese Übung, um voller Sicherheit am Straßenverkehr teilzunehmen? Jede Übungsstunde verläuft natürlich anders und je mehr ungeahnte Ereignisse in dieser Stunde passieren, desto einfacher hat er der Fahrschüler später, wenn der Fahrlehrer nicht mehr daneben sitzt und eingreifen kann. Werden die jeweiligen Situationen persönlich erlebt, so weiß man für die Zukunft ganz genau, wie man sich richtig verhalten muss und welche Fehler besser nicht begangen werden sollten. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass einige Dinge nie während der Fahrschulzeit passieren. Einige Fahrschüler erleben beispielsweise kein einziges Mal, dass ihnen die Vorfahrt genommen wird, dass sie einen Traktor auf einer befahrenen Straße überholen müssen oder sie fahren immer nur bei gutem Wetter und wissen daher nicht, wie sie sich bei Eis und Schnee zu verhalten haben.

Hürde: Praktische Fahrprüfung

Damit man offiziell im Straßenverkehr selbstständig ein Auto führen darf, muss man die praktische Fahrprüfung bestehen. Passieren hier grobe Fehler, bleibt einem der Schein verwehrt und man muss erneut Übungsstunden mit dem Fahrlehrer absolvieren. Die praktische Fahrprüfung schützt letztlich nicht nur die anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch den Fahrer selbst, dass dieser unbeschadet am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Lebenslanges Üben

Doch selbst wenn die praktische Prüfung erfolgreich verlaufen ist, wird es immer wieder Situationen geben, die einen als Fahrer fordern und die man weder aus dem Theorie- noch aus dem Praxis-Unterricht kennt. Autofahren ist ein lebenslanger Lernprozess, bei dem man immer wieder neue Situationen erlebt, an die man seinen Fahrstil anpassen muss – egal, wie lange man den Schein schon besitzt und unfallfrei sein Auto geführt hat. Trotzdem sollten gerade junge Fahranfänger das Angebot „Fahren ab 17 Jahren“ annehmen und zunächst nur mit einer Begleitperson Auto fahren. Im Ernstfall kann diese aufgrund ihrer eigenen Fahrerfahrung Tipps geben und dem Anfänger damit hilfreiche Unterstützung geben.