Auto geklaut: Polizei? Versicherung?

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Die Zahl schwerer Straftaten ist in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken und auch bei den Autodiebstählen zeigt die Statistik seit Jahren einen langsamen, aber kontinuierlichen Rückgang. Trotzdem werden seit 2015 jedes Jahr rund 20.000 Fahrzeuge bei den Versicherungen als gestohlen gemeldet. Bei der Polizei gehen jedoch noch deutlich mehr Anzeigen ein – es sind rund 37.000, was über 100 Diebstählen am Tag entspricht. Betroffen sind also bei weitem nicht immer hochpreisige Luxuswagen: Gerade Kleinkriminelle und Gelegenheitsdiebe bevorzugen ältere und weniger aufwendig gesicherte Autos.

Jeder Diebstahl sollte unverzüglich angezeigt werden

Für den Besitzer ist die Situation ein Albtraum: Er kommt zu seinem Parkplatz und sein Auto ist einfach verschwunden. In diesem Fall steigt der Stresspegel natürlich rapide an, aber trotzdem ist es wichtig, zuerst einmal die Ruhe zu bewahren. Gerade an unübersichtlichen Orten wie Parkhäusern mit vielen Ebenen oder in unbekannten Städten mit vielen kleinen Seitengassen trügt die Erinnerung nicht selten. Eine kurze Suche kann hier durchaus zu einem Erfolg und einer großen Erleichterung führen. Steht der Verlust jedoch fest, ist es ratsam, unverzüglich die Polizei zu informieren. Ein einfacher Anruf reicht zunächst aus, um festzustellen, ob das Fahrzeug nicht etwa abgeschleppt wurde. Ist dies nicht der Fall, muss eine Anzeige auf der nächstgelegenen Dienststelle aufgegeben werden. Dies sollte bereits auch aus eigenem Interesse möglichst schnell erfolgen, denn wird das Fahrzeug zwischenzeitlich bei einem Verkehrsverstoß registriert – vom falschen Parken bis zur Geschwindigkeitsüberschreitung – wird sich die Behörde zunächst an den Halter wenden.

Zulassungsstelle und weitere Institutionen

Die Polizei händigt dem Fahrer zunächst ein Diebstahlsprotokoll aus, das für spätere Ansprüche an die Versicherung benötigt wird. Doch zunächst einmal muss der Betroffene auch die Zulassungsstelle informieren, damit diese das Fahrzeug stilllegt. Dazu wird in der Regel die Zulassungsbescheinigung Teil I, auch bekannt als Fahrzeugbrief, benötigt. Wichtig ist jedoch nicht allein das Fahrzeug, sondern auch eventuell in seinem Inneren aufbewahrte Dokumente. Insbesondere Kredit- und EC-Karten, aber auch Mobiltelefone müssen natürlich ebenfalls umgehend gesperrt werden, um einen Missbrauch zu unterbinden. Das gilt selbstverständlich auch für Ausweispapiere oder andere wichtige Dokumente. Handelt es sich um ein Leasing-Fahrzeug oder um eine Bankfinanzierung, müssen diese Einrichtungen selbstverständlich ebenfalls über den Diebstahl informiert werden.

Meldung an die Versicherung muss in wenigen Tagen erfolgen

Der mit Abstand am häufigsten gestohlene Hersteller ist VW. Fast ein Viertel aller Meldungen betreffen seine Modelle, gefolgt von Audi und BMW. Erst mit deutlichem Abstand folgen Mercedes-Benz und Toyota. Knapp die Hälfte der von einem Diebstahl betroffenen Autos verfügt über eine Teil- oder sogar Vollkaskoversicherung, die den Schaden reguliert. Die Frist für diese Meldung beträgt lediglich eine Woche, anschließend können Versicherungen Ansprüche einer umfangreichen Prüfung unterziehen und im schlimmsten Fall sogar zurückweisen. Wird ein Auto innerhalb von weniger als einem Monat wieder aufgefunden, wird es dem Besitzer zurückgegeben, wobei die Versicherung entstandene Schäden etwa durch einen Unfall übernimmt. Anschließend ersetzt diese den Verkehrswert, den ein Sachverständiger festgelegt. Das Fahrzeug selbst geht damit in den Besitz der Versicherung über.